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Prof. Marcel Fratzscher schrieb im ZEIT ONLINE Blog zur Wirtschaftskolumne regelmäßig einen Beitrag "Fratzschers Verteilungsfragen"

Am 20.01.2023 schrieb er in der Kolumne: Migration: Deutschland ist nicht der Himmel auf Erden
Er bezog sich auf eine Äußerung von Friedrich Merz am 10. Januar in der Sendung Markus Lanz, in der er "von kleinen Paschas" sprach.

Er schreibt über "Die Wurzel des Populismus" und die "Geistige Brandstiftung":

"Das wird man ja wohl noch sagen dürfen, es ist doch auch zutreffend" reklamieren die Populisten. Aber hier liegt die Manipulation und letztlich die Wurzel von Populismus: Aus einem Einzelfall wird ein falsches Bild über eine ganze Gruppe gezeichnet.

Populismus trägt zu einer zunehmenden gesellschaftlichen Spaltung bei, durch die sich viele aus den betroffenen Gruppen zurückziehen, bewusst abgrenzen und schützen wollen. Dies verschärft bestehende soziale Konflikte und gefährdet letztlich eine bessere Integration, den sozialen Frieden und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Somit führt der Populismus zu einem zunehmenden Protektionismus, also zu dem Versuch gesellschaftlicher Gruppen, ihre eigenen Interessen zu schützen und sich von anderen gesellschaftlichen Gruppen, Religionen, Ländern und Kulturen abzugrenzen.

In einer solchen Stimmung der Polarisierung ist es nicht überraschend, wenn Menschen ihre (vermeintlich besten) eigenen Interessen in den Mittelpunkt stellen und damit der soziale Friede und die Solidarität geschwächt werden.

Wir sehen zunehmend eine Verrohung des öffentlichen Diskurses. Begriffe wie "Klimaterroristen", "kleine Paschas" oder "Sozialtourismus" sind geistige Brandstiftung, die Populismus, Protektionismus und Paralyse verstärken und kaum umkehrbar machen. Es ist höchste Zeit für einen verantwortlichen öffentlichen Diskurs.


Wir sollten also aufpassen, wem wir Applaus zollen oder wessen Argumente wir gut finden.