Stand: 23.05.2018 14:30 Uhr

Zitat:

Jahrelang war der Versicherte gemeinsam mit seiner Ehefrau familienmitversichert in einer Privaten Krankenversicherung (PKV)...

Das Paar wechselte in eine Gesetzliche Krankenversicherung (GKV), was zunächst kein Problem zu sein schien. Nach einem dreiviertel Jahr schmiss die Kasse Helmut Böhm allerdings wieder raus. Es sei ein Irrtum gewesen, er habe trotz Berufsunfähigkeit keinen Anspruch mehr auf Gesetzliche Krankenversicherung. Das Problem: Er war - anders als seine Frau - bereits älter als 55.

Über 80.000 Personen betrifft die Situation, ohne zureichenden Krankenversicherungsschutzg zu sein.

Betroffen sind beispielsweise zahlreiche Solo-Selbstständige, weil sie sich selbst in der Gesetzlichen Krankenversicherung den Beitrag nicht leisten können, Menschen ohne Papiere, die keinen legalen Aufenthaltsstatus haben, oder auch EU-Bürger, die wegen der Arbeitnehmerfreizügigkeit in Deutschland auf Arbeitssuche sind. Sie haben keinen Anspruch mehr auf ausreichende Krankenversorgung

Laut UN-Sozialpakt ist Deutschland verpflichtet, Jedem in Deutschland medizinische Versorgung zu gewähren. Dafür sind dann zivilgesellschaftlich organisierte Einrichtungen, die Menschen auch ohne Krankenversicherung medizinisch versorgen, zuständig. Ärzte der Welt, die Medinetze oder die Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung leisten dies aus ethischen Gründen, nicht weil sie gesetzlich verpflichtet sind. Eigentlich ist es die Aufgabe des Staates, diese Lücken zu schließen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 20. März 2018 um 07:20 Uhr, der WDR am 13. August 2017 um 19:00 Uhr und der BR am 13. Juli 2017 um 20:15 Uhr.

Der Standpunkt der ADG ist dazu:

 Zuerst muss sich jeder Betroffene selber fragen, was er in der Vergangenheit zum sozialen Ausgleich beigetragen hat. Immer wurde zu Beginn der privaten Krankenversicherung der persönliche Vorteil genutzt. Im Notfall soll dann die Gemeinschaft der Sozialversicherten die Lasten tragen? Diese Einstellung ist gleichzusetzen mit dem Verhalten der Banken in der Krise, als die Verluste vom Staat zu  tragen waren, damit das Sytem bestehen bleibt. In wirtschaftlich guten Zeiten gehören die Gewinne dann wieder den Eigentümern und deren Spitzenkräften.

 Wir haben  für die Lösung dieses und vieler anderer Probleme Lösungsvorschläge. In der Bürgerversicherung sind alle Menschen nach ihrer Leistungsfähigkeit in der gesetzlichen Krankenkasse versichert und erhalten daraus Leistungen, die auch jetzt schon umfassend sind. Wer bessere Leistungen haben will, kann sich dafür zusatzversichern.

 Sehen Sie dazu die Forderungen für die GKV, die die ADG zu den Bundestagswahlen 2017 aufgestellt haben: